Abnehmen durch Gehen

Am 15. August 2014 stellte der Franzose Yohann Diniz in Zürich den aktuellen Weltrekord auf. In nur 3:32:33 legte er 50km zurück. Der Unterschied zwischen dem Gehen und dem Laufen wird deutlich, wenn man im Regelwerk der Leichtathletikdisziplin nachliest. Zu keinem Zeitpunkt dürfen beide Beine den Boden verlassen und beim Aufsetzen des Beins muss das Knie gestreckt sein. Während also beim Laufen immer ein kleines Stück weit gesprungen wird und beide Füsse den Boden verlassen, muss beim Gehen immer ein Fuss auf dem Boden bleiben. Wer schon einmal einen Gehbewerb gesehen hat, dem wird die Hüftbewegung der Geher aufgefallen sein. Diese charakteristische Bewegung ist durch das Aufsetzen des gestreckten Beins notwendig um schneller zu werden. Gehen ist seit 1932 eine Disziplin bei den olympischen Spielen. Damit ist Gehen eine offizielle Sportart. Aber ist Abnehmen durch Gehen wirklich möglich?

Walken und Joggen

Die olympischen Geher erreichen Geschwindigkeiten von über 10km/h und halten diese über die längste Distanz, die es bei einem Leichtathletik Bewerb bei olympischen Spielen gibt. An den Sportlern ist leicht zu sehen, dass man mit dem Gehen durchaus Abnehmen kann. Allerdings sehen auch Läufer, die über lange Distanzen antreten, ähnlich aus. Statt der Muskelpakete, die man von den Kurzstreckenspezialisten kennt, haben sie sehr dünne Arme und Beine und sind insgesamt sehr leicht. Die Sportarten zielen also weniger auf den Muskelaufbau ab, sondern trainieren in erster Linie die Ausdauer. Als Cardio Training können sie also beide das Abnehmen unterstützen. Ob Joggen, oder Walken für das Cardio-Training besser sind, lässt sich nicht eindeutig beantworten. Es hängt in erster Linie vom körperlichen Zustand ab.

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Beim Laufen gibt es bei jedem Schritte eine Phase, in der man keinen Fuß auf dem Boden hat. Die Landung ist eine Belastung für Sprunggelenk und Knie. Ein gut angepasster und gefederter Laufschuh ist ein absolutes Muss

Kalorienverbrauch

Sport ist beim Abnehmen, bzw. beim Senken des Körperfettanteils, ein entscheidender Faktor. Dabei wirkt er auf zwei Arten. Einerseits während des Trainings. Es wird Energie verbraucht, die aus körpereigenen Ressourcen gewonnen wird. Dazu dienen in erste Linie Kohlenhydrate, die über die Nahrung aufgenommen wurden. Sind diese schnell verfügbaren Energiequellen aufgebraucht, geht es an die Reserven. Als nächstes wird das Körperfett abgebaut und zu Kohlenhydraten umgewandelt. Aber auch nach dem Training wirkt sich Sport positiv auf das Abnehmen aus. Der zweite Effekt tritt durch den Muskelaufbau ein. Wer regelmäßig trainiert, der baut auch Muskelmasse auf. Je höher der Anteil an Muskeln ist, umso höher ist der Grundumsatz.

Grundumsatz

Bewegt sich ein muskulöser Körper, dann kostet das mehr Energie. Damit wirkt das Training, das in jedem Fall auch die Muskelmasse steigert, sich zweimal positiv auf den Energieverbrauch auf. Bei der Frage, ob ein Abnehmen durch Gehen möglich ist, muss man also berücksichtigen, dass im Vergleich zum Joggen, weniger Muskel aufgebaut werden. Allerdings verbrennt man beim Gehen ebenfalls Kalorien. Zwar ist es nur die etwa halbe Menge, wie beim Laufen, aber dafür hält man Gehen wesentlich länger durch, als Laufen. Speziell, wenn man untrainiert ist, empfiehlt sich das Gehen.

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Nordic Walking ist nicht nur ein Sport für Rentner. Er ist für jedes Alter geeignet und ist, wenn man ihn richtig ausführt, ein umfassendes Workout

Gehen

Mit dem Gehen erzielt man eine ganze Reihe positiver Effekte. Durch eine regelmäßige Bewegung steigert man seine Leistungsfähigkeit und gewöhnt seinen Körper an regelmäßigen Sport. Wer es gewohnt ist zu gehen findet Spaß daran und nutzt Bewegungschancen. Das kann ein entscheidender Faktor beim Abnehmen sein. Abgesehen davon bewegt man sich in erster Linie in der Natur. Das Gehen ist wesentlich gelenkschonender, als das Laufen. Dadurch, dass man nicht von Bein zu Bein springt, sondern den Fuß jeweils kontrolliert aufsetzt, ist die Belastung für das Sprunggelenk geringer. Trotzdem muss auf ordentliches Schuhwerk geachtet werden. Grundsätzlich ist jeder Laufschuh für das Gehen geeignet. Zwar benötigt man die Federung in der Ferse weniger, als beim Laufen, sie schadet allerdings nicht.

Laufschuh

Wer soweit ist, dass er sich für das Gehen eigene Schuhe zulegt, der tut ohnehin gut daran, gleich in einen Laufschuh zu investieren. Aus dem geruhsamen Spaziergang wird schnell eine ordentliche Sporteinheit und die nächsten Schritte lassen nicht lange auf sich warten. Wer mit dem Gehen bereits Kondition aufbauen konnte und spürt, dass er zu mehr Leistung fähig ist, für den ist der nächste Schritt im Cardiotraining das Nordic Walking. Dabei ist allerdings die Technik entscheidend. Die Stöcke müssen mit spezieller Grifftechnik weit nach hinten und anschließend vorne hoch geführt werden. Damit trainiert man den Oberkörper und regt Muskeln an, die beim Gehen sonst nur ein untergeordnete Rolle spielen. Das hat, genauso wie Laufen und Walken, auch Muskelaufbau zur Folge. Durch die Belastung mehrerer Muskelgruppen kommt es auch zu einem verstärkten Muskelaufbau. Das steigert wiederum den Grundumsatz uns unterstützt beim Abnehmen.

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Statt stehenzubleiben kann man ein paar Schritte gehen, wenn beim Laufen die Puste ausgeht.

Abnehmen durch Gehen

Gehen ist eine echte Alternative zum Laufen. Wie beim Joggen kann man Distanz und Geschwindigkeit dem eigenen Trainingsstand anpassen und sehr gut die Intensität skalieren. Speziell bei Übergewicht bedeutet das Laufen eine starke Belastung für den Körper. Um trotzdem auf das Cardiotraining nicht verzichten zu müssen, ist Gehen ideal. Als Nordic Walking liegt das Gehen seit einigen Jahren voll im Trend und bietet die Möglichkeit zu einem gelenkschonendem und trotzdem intensiven Workout. Beim Abnehmen durch Sport ist das Gehen der sprichwörtliche erste Schritt beim Aufbau von Kondition. Auch beim Laufen kann man in der ersten Zeit zum Gehen wechseln, wenn die Ausdauer für das Laufen nicht mehr ausreicht. Statt stehen zu bleiben, oder sich sogar zu setzen, geht man ein paar Schritte. Damit hält man den Kreislauf in Schwung und gibt dem inneren Schweinehund keine Chance, den Rest der Einheit auf der Parkbank zu verbringen.

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