Wasser in den Beinen, geschwollene Beine – Was hilft?

Unsere Beine haben einen harte Aufgabe. Sie tragen uns Tag für Tag durchs Leben und bringen uns im Alltag überall hin. Übergewicht, hoher Körperfettanteil, sitzende Tätigkeiten und teilweise auch erbliche Vorbelastung sorgen dafür, dass unsere Beine anschwellen. Wasser in den Beinen, oder geschwollene Beine sind ein weit verbreitetes Problem. Sie können Anzeichen für verschiedene Erkrankungen sein. In den meisten Fällen haben sie aber recht einfache und vor Allem auch recht einfach behandelbare Ursachen. Trotzdem empfiehlt es sich auf jeden Fall von einem Arzt die möglichen Auslöser der geschwollenen Beine abklären zu lassen. Speziell dann, wenn nur ein Bein anschwillt, die Beine untertags mehrmals schwellen, die Haut sich verfärbt, oder Schmerzen auftreten. Auch Krampfadern sind ein Warnsignal und müssen ärztlich abgeklärt werden. Bei vielen anderen Ursachen kann aber mit einfachen Maßnahmen Abhilfe geschaffen werden.

Wasser in den Beinen

Die Schwellung der Beine ist in den meisten Fällen tatsächlich auf Flüssigkeitseinlagerungen zurückzuführen. Das Blut muss aus den Beinen vergleichsweise weit nach oben gepumpt werden. Dazu gibt es mehrere Mechanismen im Körper, die diese Leistung ermöglichen. Natürlich sorgt das Herz mit seinem Pumpen für die Bewegung des Blutes. Einerseits drückt es das Blut in die Arterien, andererseits saugt es das Blut über die Venen an. Das sauerstoffarme Blut wird nach dem Gasaustausch in den Zellen zu den großen Venen transportiert. Es gibt im menschlichen Körper mehr Venen, als Arterien. In ihnen herrscht auch ein geringerer Blutdruck. Während die Arterien selbst pulsieren und das Blut aktiv transportieren verfügen die Venen nicht über einen dertartigen Mechanismus. Dafür verfügen sie über Klappen, die ein Zurückfließen des Blutes verhindern. Mit jedem Schlag transportiert das Herz Blut durch die Venen in den Beinen nach oben. Fließt das Blut dann wieder nach unten verhindern die, sich schließenden Venenklappen das.

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Die Beinmuskulatur spielt bei der Durchblutung eine entscheidende Rolle

Wadenmuskelpumpe

Aber das Herz alleine und die Venenklappen reichen nicht aus, um das Blut wieder zum Herz zu transportieren. Unterstützt wird der Blutfluss durch Bewegung. Unsere Muskeln sorgen nicht nur dafür, dass unser Körper sich bewegt, sondern üben auch Druck auf die Venen aus. Mit jeder Kontraktion der Wadenmuskulatur wird damit sauerstoffarmes Blut in den Venen nach oben gedrückt. Die Venenklappen sorgen dafür, dass es nicht wieder nach unten fließt und das Herz muss dadurch wenig Arbeit verrichten, um das Blut aus den Venen weiterzupumpen. Dieser Umstand erklärt den Zusammenhang zwischen Bewegung und Wasser in den Beinen. Sitzt man den ganzen Tag und geht nur wenige Schritte, dann fehlt dem Kreislauf die Unterstützung der Muskeln. Das Blut und andere Flüssigkeiten kann nicht vollständig aus den Beinen nach oben gepumpt werden. Die Folge sind geschwollene Beine.

Wärme und geschwollene Beine

Ein weiterer Umstand, der Wasser in den Beinen begünstigt, ist Wärme. An warmen Tagen reguliert der Körper seine Temperatur unter anderem dadurch, dass die Blutgefäße erweitert werden. Je weiter die Venen sich ausdehnen, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Venenklappen sie nicht mehr komplett abdichten. Das Blut kann seitlich an den Klappen vorbeilaufen und das System, das dem Herz die Arbeit erleichtert, funktioniert nicht mehr. Die Folge sind geschwollene Beine. Selbst wenn man sich ausreichend bewegt kann es an sehr warmen Tagen dazu kommen, dass sich Flüssigkeit in den Beinen einlagert. Übergießt man die Beine mit kaltem Wasser verengen sich die Venen wieder. Kälte ist also eine wirksame Maßnahme um geweitete Venen wieder zu verengen.

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Schöne Beine gehören heute zu unserem Schönheitideal. Durchblutungsstörungen und geschwollene Beine können das Erscheinungsbild negativ beeinträchtigen

Thrombosen

Geschwollene Beine, oder Wasser in den Beinen ist durchaus unangenehm. Man spricht häufig auch von schweren Beinen. Ein direktes Gesundheitsrisiko entsteht aber in weiterer Folge durch Thrombosen. Eine Thrombose ist ein Klumpen geronnenes Blut, der ein Blutgefäß verstopft. Ein solcher Thrombus bildet sich beispielsweise an Ablagerungen in Blutgefäßen. Lagert sich Fett und Kalk an den Innenwänden von Blutgefäßen an, wird das Gefäß verengt. An der sogenannten Plaque kann es in weiterer Folge zu Blutgerinnseln kommen. Diese Gerinnsel verstopfen schließlich die Arterie und verhindern die Versorgung eines Organs mit Sauerstoff. Neben den Herzkranzgefäßen, in denen sich häufig Blutgerinnsel bilden sind die Beine der häufigste Entstehungsort für Thromben. Hier ist allerdings nicht Plaque die Ursache, sondern eine gestörte Venenfunktion.

Risiko geschwollene Beine

Das Blut, das sich in den Beinvenen staut und zu schweren Beinen führt wird dicker. Damit und durch Strömungswirbel, die beispielsweise an den nicht völlig geschlossenen Venenklappen auftreten werden Thormben begünstigt. Ein Blutgerinsel bildet sich schließlich in der Vene und wächst solange, bis es sich vollständig, oder teilweise löst. Da die Arterien enger sind als die Venen kann der Thrombus in weiterer Folge für eine Thrombose, den Verschluss eines Blutgefäßes führen. Die Folgen sind abhängig davon, welches Blutgefäß verschlossen wird. Lunge, Herz und Gehirn können davon genauso betroffen sein, wie Leber, Niere, oder andere Organe. In jedem Fall ist eine Thrombose ein ernstes Problem, das im besten Fall bereits vor der Entstehung des auslösenden Thrombus behandelt wird. Hier können geschwollene Beine bereits ein erstes Warnsignal sein.

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Treten Beschwerden in den Beinen auf, sollte in in jedem Fall ein Arzt konsultiert werden

Was hilft gegen geschwollene Beine?

Die Maßnahmen gegen geschwollene Beine hängen natürlich von der Ursache ab. In den meisten Fällen ist Bewegungsmangel der Hauptgrund. Die Muskeln sind maßgeblich am Transport des Blutes aus den Beinen zum Herzen hin beteiligt. Bewegt man sich zu wenig, dann bleiben die Muskelkontraktionen aus, die Druck auf die Venen ausüben. Die einfachste Methode um die Durchblutung zu verbessern, ist also Bewegung. Spaziergänge sind perfekt geeignet um den Bewegungsapparat zu fordern, ohne sich zu verausgaben. Neben den Beinvenen profitierten auch viele andere Systeme im menschlichen Körper von der Bewegung und der Frischluft. Körperlich, wie auch psychisch kann man von diesen Spaziergängen also unmittebar profitieren. Ist es allerdings nicht möglich, sich ausreichend zu bewegen, hat man also eine sitzende, oder eine stehende Tätigkeit, dann kann ein Beinmassagegerät die Funktion übernehmen.

Massage und Kompression

Ein Beinmassagegerät übernimmt die Arbeit der Muskeln. Sie bestehen aus einer Manschette, die wie ein Strumpf über das komplette Bein gezogen wird und die mittels Druckluft das Bein eng umschließt. Einfache Modelle arbeiten mit einer Luftkammer pro Bein. Aufwändiger und effektiver sind Modelle, die mehrere Luftkammern haben. Hier wird von unten beginnend nach und nach bis nach oben Druck aufgebaut. Damit wird der Abtransport des Blutes effektiv unterstützt. Wie beim Gehen arbeiten solche Beinmassagegeräte abwechselnd am rechten und am linken Bein. Das Beinmassagegerät sorgt also, beispielsweise abends nach einem langen Arbeitstag, für einen ordentlichen Blutfluss. Wer täglich an geschwollenen Beinen leidet und das auf eine stehende, oder sitzende Tätigkeit zurückführen kann, der kann Kompressionsstrümpfe tragen. Die eng anliegnden Strümpfe drücken von außen auf die Beine und damit auch auf die Venen. Das Problem der geweiteten Blutgefäße und dem darauf folgenden Stau in den Beinen, wird damit beseitigt.

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Spaziergänge, Treppensteigen und Bewegung im Allgemeinen ist wichtig, um schwere Beine zu verhindern

Maßnahmen gegen schwere Beine

Leidet man an schweren Beinen und sind Erkrankungen innerer Organe, Lipödeme, Alkohol, oder Medikament als Ursache ausgeschlossen, dann sind folgende Maßnahmen zu empfehlen. In jedem Fall sollte bei regelmäßigem Auftreten aber ärztlicher Rat eingeholt werden.

  • Bewegung
    • Durch Bewegung, vor allem Gehen und Laufen, übt die Muskulatur Druck auf die Beinvenen aus und unterstützt den Blutfluss
  • Kompressionsstrümpfe
    • Die Venenklappen schließen in den geweiteten Venen nicht vollständig. Dadurch kann Blut nach unten, zurück in die Beine fließen. Kompressionsstrümpfe üben Druck auf die Venen aus und verhindern diesen Effekt
  • Beinmassagegerät
    • Ist Bewegung nicht möglich, dann kann ein Beinmassagegerät die Bewegung und die Kontraktion der Muskeln ersetzen. Damit wird die Durchblutung unterstützt und die Beine schwellen ab

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